Freitag, 24. November 2017

Im Nebel

Nebel im November, © Pirandîl
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

(Im Nebel, Hermann Hesse)

So schön und berühmt diese Verse von Herrmann Hesse auch sind, ich sage er irrt. Wir sind immer mit allem verbunden. Was war und was ist, es ist eins.

Mein Vater starb vor einigen Jahren, ich habe um ihn geweint. Doch er bleibt mein Vater.

Meine Katze starb vor einigen Tagen, ich habe um sie geweint. Doch sie bleibt meine Katze.

Es gibt kein Ende, niemals. Es gibt nur Veränderung, und ich nehme sie an.

(Geschrieben im November nach einem Spaziergang im Nebel.)

Sonntag, 12. November 2017

Lebe wohl, Sina

Das Foto zeigt Sina im August 2016.
Damals war sie schon eine Katzen-Seniorin,
aber sie genoss das Leben.
Meine Katze Sina ist tot. In meinem letzten Blogeintrag habe ich sie noch erwähnt, jedoch nicht mit Namen. Der Text entstand im Oktober, auch wenn ich ihn erst vor Kurzem veröffentlich habe. Damals ging es Sina noch einigermaßen gut. Sie war alt, keine Frage, aber rüstig.

Dann jedoch ging es ziemlich schnell. Sie wurde immer hinfälliger, gestern war es dann nicht mehr zu übersehen: Sie litt starke Qualen. Meine Lebensgefährtin Anja und ich, wir brachten sie am späten Abend nach meiner Schicht in der Redaktion in eine Tierklinik. Dort wurde festgestellt, dass sie ein schweres Nierenleiden hatte. Wir haben sie einschläfern lassen. Ich hielt sie in den Armen, während sie die Spritzen bekam, sie schlief ganz friedlich ein.

Ich habe in meinem Blog nur hin und wieder von Sina erzählt, zum Beispiel darüber, wie frech sie sein konnte. Nun ist sie fort, und die Wohnung ist so seltsam still.

Sie war eine Katze, kein Mensch, doch sie war meine Katze und ein Familienmitglied. Ich trauere um sie, das Tier fehlt mir so sehr.

Ich habe mich bei ihr bedankt als sie starb, dafür dass sie all die Jahre an meiner Seite war. Ich bin auch deswegen der Mensch der ich bin, weil sie da war. Weil sie mich morgens gnadenlos weckte wenn sie Hunger hatte, weil sie neben mir auf dem Schreibtisch lag wenn ich schrieb. Ich werde nie vergessen, wie schön sie schnurrte wenn sie gestreichelt wurde, oder wie es war wenn sie sich im Bett neben mich kuschelte.

Sina hatte ein langes Katzenleben, und ich glaube sie hatte es gut bei mir. So sehr es auch weh tut, es war die richtige Entscheidung sie einschläfern zu lassen. Sie hätte in jedem Fall nicht mehr lange gelebt, und mit oder ohne Behandlung wäre die Zeit für sie eine Qual gewesen.

Ich liebe Dich, Sina, Du wirst immer meine Katze sein.

Sina war viele Jahre bei mir, doch die letzten eineinhalb Jahre war sie zugleich auch die Katze meiner Lebensgefährtin Silvanja. Auch sie hat in ihrem Blog Abschied von Sina genommen, sie fehlt uns beiden.